Mittwoch, 16. Oktober 2019

Bodenversiegelung und der Einfluss aufs Klima


Das Thema Klima, speziell der Klimawandel ist in aller Munde. Es ist auch ein Thema, was wir so schnell nicht mehr loswerden und zwar zu Recht!
Dieses Thema ist so vielfältig, dass wir uns mal mit einem kleinen Thema befassen, was in dem riesengroßen Komplex Klimawandel einen kleinen Teil zu jenem beiträgt. Es geht um die Bodenversiegelung, vor allem in Stadtgebieten.

In Zeiten wirtschaftlichen -und bevölkerungszahlenmäßigem Wachstum ist es nur eine logische Konsequenz, dass Flächen, die vorher nicht versiegelt bzw. bebaut waren, für die Bebauung infrage kommen und beansprucht werden. Ist ja klar, denn irgendwo müssen die Menschen ja wohnen, zur Arbeit fahren und die Firmen ihre Büros haben.
Um einen besseren Überblick über das Thema zu bekommen, möchte ich mithilfe von Karten und Statistiken belegen, welchen Einfluss die Bodenversiegelung auf das Klima hat. Am Ende möchte ich noch einen kleinen Versuch wagen und ein paar Lösungen bzw. Verbesserung aufzeigen, die das Problem etwas abmildern könnten.
In Deutschland sind im Durchschnitt knapp 50% der Siedlungs -und Verkehrsfläche versiegelt.
Hessen liegt im vorderen Bereich.
Der erste und einleuchtenste Effekt der Bodenversiegelung auf das Klima bzw. in dem Fall erstmal auf das Wetter, ist, dass bei Starkregen häufiger Überschwemmungen auftreten können, da das Wasser nicht mehr so leicht abfließen oder versickern kann. Weitere Effekte sind das Absinken des Grundwasserspiegels und der Verlust der Aufnahme von Schadstoffen durch den Boden. Und was jeder sicherlich schonmal gemerkt hat, ist, dass es über einer Betonfläche vor allem im Sommer deutlich wärmer ist, als z.B. auf einer Wiese.
Folgerichtig heißt das: Durch den oben bereits erwähnten Verlust der Aufnahme von Schadstoffen durch den Boden beschleunigt die Bodenversiegelung sogar den Klimawandel. Des weiteren können Hitzewellen im Sommer in Stadtgebieten stärker ausfallen bzw. das Kleinklima erwärmen. Auch Überschwemmungen können eine neue Stufe erreichen.

In Deutschland waren im Jahr 21.837 km² (6,11%) der Gesamtfläche versiegelt.
Das entspricht etwa der Größe des Bundeslandes Hessen.
Auf dem obigen Bild im Jahr 2010 waren es noch 5,1%.
Europäischer Durchschnitt: 1,81%.




Im nachfolgenden Absatz wird das Thema Stadtklima nochmal kurz angerissen, welches anhand von den gemessenen Temperaturen in Frankfurt-Stadtmitte im Vergleich zum Frankfurter Flughafen verdeutlicht werden soll.
So "funktioniert" das Stadtklima.

Der Unterschied zwischen der Temperatur in der Stadt und im Umland macht sich vor allem bei den Tiefstwerten bemerkbar.
Am 16.09.2019 um 2:00 Uhr wurde zum Beispiel an der Wetterstation in Frankfurt-Westend eine Temperatur von 14,8°C gemessen, während am Frankfurter Flughafen zur selben Zeit die Temperatur bei 10,5°C lag. Das ist ein Unterschied von 4,3 Kelvin und meteorologisch bzw. klimatologisch einen extremer Wert.
In den Wintermonaten werden die Unterschiede erfahrungsgemäß durch Nebel bzw. Smog durch sogenannte Inversionswetterlagen (grob gesagt: oben auf den Bergen ist es wärmer als unten im Flachland) verstärkt, da die Luft schlecht durchmischt ist. Dieser Effekt wird durch die vielen Schadstoffausstöße in der Stadt nochmals verstärkt.

Vorschläge/Lösungen/Beispiele:


Effizienteres Flächenmanagement:
- Leerstehende Häuser als Wohnraum nutzen
- Ungenutzte und bereits bebaute Flächen ggf. erneuern und nutzen
- Stadtplanungen flexibler gestalten

Innenentwicklung vor Außenentwicklung:
-
Potenzielle Flächen in der Innenstadt ausweisen
- Steingärten verbieten (ähnlicher Effekt wie Bodenversiegelung)
- (Begrünte) Vorgärten fördern
- Begrünte Dächer fördern (1 m² bindet 1,2 kg CO2)
- Agrarflächen im Umland schützen

Entsiegelung:
- Nicht mehr brauchbare versiegelte Flächen entsiegeln
- Vorher sorgfältig prüfen (An manchen Flächen ist eine Versiegelung irreversibel)

Renauturierung: 
- Ausgleichsflächen für Neubaugebiete
- Nachhaltige Landwirtschaft fördern (Intensive Landwirtschaft kann auch Böden versiegeln)

Das sind ein paar Vorschläge zur Lösung bzw. Abmilderung des Problems Bodenversiegelung im Bezug auf das Klima. Dieses Thema ist eines, welches man direkt vor seiner eigenen Haustür wahrnehmen kann und die Lösungen sind relativ einfach umzusetzen im Vergleich zu dem Gesamtkomplex Klimawandel.


Quellen:
  • https://www.ifo.de/DocDL/ifosd_2014_03_7.pdf
  • https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaforschung/klimawirk/stadtpl/projekt_waermeinseln/sksm/sksm_node.html
  • https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaforschung/klimawirk/stadtpl/projekt_waermeinseln/projekt_waermeinseln_node.html
  • https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/klimaschutz-reichlich-potenzial-fuer-gruene-daecher/150/3095/236247








Sonntag, 17. Februar 2019

Liste abgeschalteter Wetterstationen in Hessen

Ort Höhe Zeitraum Ø Temperatur
Alsfeld-Reibertenrod 269 m 01.12.1977 bis 31.10.1978 5,1 °C*
Arolsen-Neu Berich 232 m 01.01.1968 bis 31.10.1997 8,1 °C
Aßlar Klein-Altenstädten 200 m 01.01.1968 bis 31.10.1997 8,8 °C
Bensheim 140 m 01.01.1947 bis 31.10.1989 10,1 °C
Biedenkopf 349 m 01.01.1945 bis 31.12.2006 7,8 °C
Brombachtal-Kirch-Brombach 290 m 01.01.1958 bis 31.12.1986 8,6 °C
Büdingen 148 m 01.01.1947 bis 31.12.1955 8,6 bis 9,9 °C*
Darmstadt (A) 122 m 01.10.1987 bis 31.07.1995 10,3 °C
Darmstadt-Botanischer Garten 182 m 03.02.1937 bis 31.07.1974 9,1 °C
Frankfurt/Main (Feldbergstr.) 109 m 01.01.1870 bis 30.11.1961 11,7 °C
Frankfurt/Main (Stadt) 130 m 01.12.1961 bis 31.08.1984 9,5 °C
Gelnhausen 190 m 01.01.1935 bis 30.04.1974 9,0 °C
Gernsheim 90 m 01.01.1956 bis 31.12.2005 10,1 °C
Gießen (Lahntal) 158 m 01.01.1949 bis 30.04.1984 8,5 °C
Grebenhain-Herchenhain 608 m 01.01.1936 bis 31.03.2005 6,5 °C
Hanau 106 m 01.06.1995 bis 30.09.1996 12,0 °C*
Heidenrod-Mappershain 496 m 01.02.1952 bis 31.12.1990 7,7 °C
Herleshausen 215 m 01.01.1947 bis 31.08.1991 8,4 °C
Hofgeismar-Beberbeck 242 m 01.01.1948 bis 30.11.2002 7,7 °C
Homberg/Ohm 250 m 01.01.1951 bis 30.06.2000 8,2 °C
Kassel 232 m 01.01.1951 bis 31.10.2013 9,0 °C
Kassel-Harleshausen 200 m 01.07.1946 bis 30.06.1977 8,7 °C
Korbach-Lengefeld 395 m 01.06.1989 bis 31.12.2005 8,3 °C
Limburg/Lahn-Offheim 114 m 01.01.1949 bis 30.06.1999 9,2 °C
Lindenfels-Winterkasten 445 m 01.04.1973 bis 31.12.2005 8,5 °C
Lorch/Rhein 100 m 01.01.1951 bis 31.05.1989 9,4 °C
Melsungen-Bürstoß 254 m 01.01.1950 bis 31.12.2003 8,4 °C
Mittel-Gründau 155 m 01.05.1974 bis 31.03.1993 9,2 °C
Modautal-Neunkirchen 508 m 01.09.1936 bis 31.03.1972 7,4 °C
Nidderau-Windecken 180 m 01.01.1961 bis 30.09.2005 9,6 °C
Oberweser-Gieselwerder 125 m 01.12.1971 bis 30.06.1975 7,4 °C*
Offenbach/M. (Stadt) 102 m 01.11.1957 bis 31.10.1995 10,2 °C
Röhrigshof bei Schlüchtern 397 m 03.04.1936 bis 30.11.1953 6,1 bis 8,6 °C*
Schenklengsfeld 322 m 01.01.1947 bis 31.12.1951 7,6 bis 8,3 °C*
Schlüchtern-Kloster Gomfritz 375 m 01.01.1954 bis 30.09.1985 7,7 °C
Bad Schwalbach 320 m 01.01.1991 bis 30.06.1998 8,2 °C*
Bad Sooden-Allendorf 199 m 01.01.1951 bis 31.12.1980 8,7 °C
Steinau-Seidenroth 342 m 01.07.1989 bis 29.02.2004 8,6 °C*
Wahlen 350 m 01.01.1998 bis 30.06.2009 8,7 °C*
Waldeck 376 m 01.01.1947 bis 30.04.1989 7,7 °C
Wartenberg-Angersbach 270 m 01.01.1949 bis 31.12.2005 8,0 °C
Weilburg (Kläranlage) 150 m 01.01.1947 bis 30.06.1993 8,9 °C
Wiesbaden-Dotzheim 235 m 01.01.1960 bis 31.07.1986 8,6 °C
Bad Wildungen 284 m 01.01.1947 bis 31.03.2001 8,2 °C
Willingen/Upland 580 m 01.01.1940 bis 30.04.1984 6,1 °C
Witzenhausen 133 m 01.01.1948 bis 31.08.1999 8,6 °C

Rekordwerte werden fett markiert.
Mit * gekennzeichnete Temperaturwerte deuten auf zu kleine Zeiträume hin, sodass der jeweilige Wert kein besonderen Wert zur Klimastatistik hat.

Quelle:
sklima.de

Donnerstag, 24. Januar 2019

Warum der Taunus unser Wetter kaum beeinflusst

Die fünf großen Gebirge im Rhein-Main-Gebiet sind die Rhön, der Vogelsberg, der Spessart, der Odenwald und der Taunus.
Um das letztgenannte Gebirge soll es im folgenden Text gehen. Genauer: Warum der Taunus das Wetter in seiner Umgebung kaum beeinflusst.

Laut Wikipedia ist der Taunus mit 2.700 Quadratkilometern das größte Gebirge der genannten fünf. Spessart, Vogelsberg und Odenwald sind mit um 2.500 Quadratkilometern ungefähr gleich groß. Nur die Rhön besitzt mit 1.550 Quadratkilometern ein deutlich kleineres Gebiet.
Allein an der Fläche gemessen, wäre der Taunus also hier der Spitzenreiter. Wie sieht es aber in Sachen Niederschlag mit Luv & Lee aus?
Der Taunus hat einen extrem kleinen Kammbereich (siehe Bild), nur zwei Berge erheben sich über die 800 m-Marke (Großer & kleiner Feldberg, 880 m bzw. 825 m). Ebenfalls nur zwei Berge erreichen die 700 m-Marke (Altkönig & Weilsberg 798 m bzw. 700 m). Damit unterscheidet sich der Taunus deutlich von seinen benachbarteten Gebirgen, welche mehrere Kammlagen haben, die teilweise auch sehr weit voneinander entfernt liegen (z.B. im Spessart, siehe Bild).

Kammbereich Taunus

Entfernung Hermannskoppe (567 m) & Geiersberg (585 m)

Das manifestiert sich auch in der jährlichen Niederschlagsmenge. Während der Taunus nur in seinem kleinen Kammbereich gerade so die 1000 mm erreicht, können sich Rhön, Spessart und Odenwald mit deutlichen mehreren Gebieten von über 1000 mm bis 1200 mm zeigen. Eine besondere Rolle spielt hier der Vogelsbeg, welcher durch seine Lage in vielen Gebieten mehr als 1200 mm pro Jahr erreicht, in Extremfällen sogar bis 1800 mm.

Die Luvseite des Taunus ist, wie oben schon beschrieben, kaum vorhanden, denn der Taunus besitzt den größten Teil seines Vorlandes im sogenannten Hintertaunus, welcher im Lee-Teil, also im niederschlagsarmen Teil, liegt.
Die anderen Gebirge haben ausgeprägtere Luv -und Lee Gebiete. Zu nennen wäre hier vor allem das gesamte Kinzigtal mit seinen Hügelketten, welches sich von der Bulau bei Hanau über den Büdinger Wald bis hin zum Sinntal bei Schlüchtern erstreckt (siehe Bild; dazu kommt noch ein Teil an der Westseite des Spessarts im Bereich Aschaffenburg).

Die nördliche Luv-Seite des Spessarts

Im Lee des Taunus liegt nur ein Teil des Frankfurter Raumes, allerdings auch nur bei Schauern und Windrichtung aus Nordwest.
Weiter östlich gelegene Ortschaften befinden sich schon eher im Luv-Gebiet des Spessarts, sodass der Einfluss des Taunus denkbar gering bleibt.
Stark ausgeprägte Lee-Gebiete gibt es z.B in der Rhön. Im westlichen Teil der Rhön, also im niederschlasreichen (Luv) Gebiet, sind in vielen Ortschaften mit Niederschlagsmengen von 900-1000 mm/Jahr anzutreffen. Auf den höchsten Erhebungen steigt die Niederschlagsmenge auf 1000-1200 mm an.
Im Südosten der Rhön liegt das Städtchen Ostheim vor der Rhön, welches eine geringe Niederschlagsmenge von knapp 600 mm & eine angenehm-milde Jahrestemperatur von 8,1 Grad aufweist, obwohl es über 300 m hoch liegt.

Extrem -und Durchschnittswerte Ostheim v. d. Rhön


Es wurden also einige Beispiele und Vergleich aufgeführt, die zeigen, dass der Taunus, wahrscheinlich auch bedingt durch seine Lage mitten im Rhein-Main-Gebiet, keinen besonderen Faktor ins hessische Wetter einbringt, obwohl er mit bis zu 880 m das zweithöchste Gebirge in Hessen ist.

Die letzte Grafik veranschaulicht sicher am besten, dass der Taunus, besonders in Sachen Niederschlag, mit den anderen Gebirgen nicht mithalten kann.
Extremwetter findet man also selten im Taunus. Vielleicht ist er gerade deswegen ein beliebtes Ausflugsziel, egal ob im Sommer oder Winter.




Quellen:
wikipedia.org
sklima.de
Trio Atlas
luftlinie.org

Freitag, 28. Dezember 2018

Niederschlag im Dezember: Erster nasser Monat seit Januar 2018


Die letzten Monate waren trocken, insbesondere der Oktober & November, die weniger als 10 mm Regen brachten (ohne die Sommermonate).
Nun ist der Dezember der erste Monat seit Januar (11 Monate), welcher zu nass ausfällt.

Die prädestinierten Gebiete in Hessen - westlicher Vogelsberg, Spessart, Taunus und Upland - stechen in diesem Monat in Sachen Niederschlag besonders hervor.
Über 100 mm sind es in diesen Gebieten, im Upland rund um Willingen sogar über 200 mm!
Im Normalfall liegt die durchschnittliche Niederschlagsmenge hessenweit bei 73,4 mm im Dezember. Im diesjährigen Adventsmonat sind (Stand: inkl. 25.12) bereits 102,8 mm gefallen.
Damit konnte die langanhaltende Trockenheit seit Mai zwar deutlich gelindert, aber noch längst nicht ausgeglichen werden.

Die folgenden Grafiken zeigen eindrucksvoll, dass die Trockenheit in tieferen Bodenschichten noch längst nicht überwunden ist:


Bodenschicht bis ca. 1.8m Tiefe 

Oberboden bis 25cm Tiefe 
Niederschlagsdiagramm Hessen


Quellen:
http://www.ufz.de
http://sklima.de

Sonntag, 9. September 2018

Vogelsberg & Rhön: Der Regenschatten-Effekt


Das Klima in Hessen wird tendenziell von West nach Ost niederschlagsärmer, wobei es hier auch einige Ausnahmen gibt. Zu nennen sind hierbei vor allem die Mittelgebirgsregionen Westerwald, Upland (Sauerland), Hoher Meißner, Vogelsberg, Taunus, Rhön, Spessart und Odenwald.
Diese Standorte stellen Beispiele für diese Ausnahmen dar, welche wir im folgenden Beitrag genauer betrachten werden.
 

Das höchste hessische Mittelgebirge ist die Rhön. Die Niederschläge sind hoch, allerdings vergleichsweise geringer als z.B im westlicher gelegenen Vogelsberg. 


Hofbieber-Elters (Rhön)
Höhe: 463 m.ü.M.
Messdaten:
seit 1898
Größter Tagesniederschlag:  68 mm
Größter Monatsniederschlag:  222 mm
Größter Jahresniederschlag:  1293 mm
Maximale Schneedecke:  45 cm (12.01.2018)


Grebenhain (Vogelsberg)
Höhe: 435 m.ü.M.
Messdaten:
seit 1884
Größter Tagesniederschlag:  121 mm
 Größter Monatsniederschlag:  361 mm 
Größter Jahresniederschlag:  1659 mm 
Maximale Schneedecke:  76 cm (20.01.2018)

Die beiden obigen Beispiele zeigen sehr gut, dass der ca. 30 km westlich gelegene deutlich höhere Niederschlagssummen aufweist. Interessant ist hierbei auch, dass die Rekord-Schneehöhe in Grebenhain mit 76 cm deutlich über der von Hofbieber-Elters (45 cm) liegt.
Warum ist das so?
Zuerst spielt natürlich hier die Geographie eine große Rolle. Der Vogelsberg liegt, wie schon erwähnt, weiter im Westen und bekommt sozusagen vor der Rhön die Niederschläge aus West ab.
Ein weiterer Grund ist in der Ausrichtung der Gebirge zu suchen. Der Vogelsberg liegt ziemlich exponiert in der Mitte Hessens und erhebt sich mit einem relativ kleinen Kammbereich bis 773 m empor, während die Rhön weitläufiger mit mehreren Kammzonen ist (Niederschlagsverteilung). Außerdem sind die Vogelsberger Kammlagen fast ausschließlich von Wald bedeckt, was für eine zusätzliche Feuchtigkeit sorgt. In der Rhön dagegen herrschen überwiegend Weide -und Wiesenfläschen vor.

Grebenhain liegt allerdings im hintereren, also südöstlichen Vogelsberg. Deshalb ist davon auszugehen, dass die Niederschläge hier nicht das Maxima dieser Höhenlage im Vogelsberg darstellen. Allerdings ist dies die einzige Station im Vogelsberg, die in Höhe über NN. und in Messdaten mit derer aus der Rhön vergleichbar ist.
Mit einer Rekord-Niederschlagsmenge von 1659 mm aus dem Jahre 1965 übertrumpft das kleine Vogelsberger Örtchen die Rhöner Ortschaft Hofbieber-Elters deutlich. Hier wurden maximal "nur" 1293 mm im Jahre 1913 gemessen. 

Fazit:
Der Vogelsberg beschert der Rhön also einen "Regenschatten-Effekt", auch wenn dieser deutlich abgeschwächter ausfällt, da die Rhön um knapp 200 Meter höher ist. Außerdem ist nach Nordwesten hin in keinem so geringem Abstand wie Vogelsberg-Rhön ein Gebirge eingelagert, sodass Regen -und Schneeschauer aus Nordwesten die Rhön nahezu ungehindert erreichen können.


Zu beachten ist bei solchen Vergleichen allerdings auch, dass örtliche Gewitterlagen die Niederschlagsmengen in dem einen Ort einmal deutlich erhöhen können, sodass man immer auf die Durchschschnittswerte schauen muss.
Dieser Wert aus den letzten elf Jahren lag in Hofbieber-Elters bei 825,2 mm und in Grebenhain bei 1.114,8 mm. 


Quellen: 
HLNUG
Trio Atlas